Bereits in der Antike gab es Juristen, vor allem als Richter und Rechtsanwälte.
Sie standen im Römischen Reich unter dem Schutz (und der Aufsicht) der Göttin Justitia, der Göttin der Gerechtigkeit. Von ihr leitet sich auch unser heutiger Begriff der Justiz her.
Dieser römischen Justitia entsprach in Griechenland die Göttin Themis, die auf dem Bild zu sehen ist.
Beide Göttinnen werden mit einer Augenbinde dargestellt, um zum Ausdruck zu bringen, dass das Recht für jeden Menschen gleichermaßen gilt, unabhängig vom Ansehen oder Einkommen der beteiligten Personen.
Dass nur die jeweiligen Fakten bei der rechtlichen Bewertung gegeneinander abgewogen werden sollen, bringt die Waage zum Ausdruck, die ebenfalls Attribut beider Göttinnen ist.
Der Eid an die Themis, den die Studenten im antiken Griechenland zum Abschluss ihres Studium ablegten, ist heute bei weitem nicht so bekannt wie der Eid des Hippokrates für die Ärzte, das Selbstverständnis und die Ideale, die er zum Ausdruck bringt, gelten aber noch heute.
Der Text ist nicht ganz wörtlich übersetzt, sondern zum besseren Verständnis teilweise dem heutigen Sprachgebrauch angepasst.
Eidesformel
Ich schwöre vor dem Rektor und dem Dekan der Hochschule für Rechtswissenschaften und bezeuge, dass ich, nachdem ich diesen heiligen Tempel der Musen verlassen habe, mein Leben nach dieser Wissenschaft ausrichten werde, indem ich sie in Wort und Tat praktiziere.
So werde ich all diejenigen unterstützen, die meine Hilfe brauchen, und ich werde stets und in jeder menschlichen Gemeinschaft zum Frieden und zur Redlichkeit beitragen,
schreitend auf der geraden Straße des Lebens,
hinstrebend zur Wahrheit und der Gerechtigkeit
und das Leben zu einer tugendhaften Form aufwertend unter dem Dache der Weisheit.
Nachdem ich diesen Eid abgelegt habe, sei mir, neben den Wünschen meiner Lehrer, auch Gott ein Helfer in meinem Leben.
Für die Übertragung aus dem altgriechischen Original herzlichen Dank an Doris Regopoulos.