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Pflichtverteidigung

Pflichtverteidigung

Für einige Fälle schreibt die Strafprozessordnung (StPO) zwingend die Beteiligung eines Verteidigers am Verfahren vor, z.B. wenn sich der Angeklagte in Untersuchungshaft (U-Haft) befindet oder sich seit mehr als drei Monaten in anderer Sache in Strafhaft befindet. Ein Verteidiger ist auch dann erforderlich, wenn dem Beschuldigten ein Verbrechen vorgeworfen wird, also eine Straftat, für die die Mindeststrafe ein Jahr oder mehr beträgt, oder wenn die Angelegenheit aus anderen Gründen besonders schwierig ist. Insbesondere über diesen Punkt lohnt sich eine Beratung durch einen Rechtsanwalt, da sich hier Gestaltungsmöglichkeiten ergeben.

Der Pflichtverteidiger wird zwar vom Gericht bezahlt, er ist aber für den Mandanten tätig wie ein Wahlverteidiger auch. Daher kann der Anwalt des Vertrauens, also der Wahlverteidiger, zum Pflichtverteidiger bestellt werden, wenn ihn der Mandant nicht bezahlen kann. Benennt der Beschuldigte aber keinen eigenen Anwalt, wählt das Gericht einen für ihn aus.

Der Pflichtverteidiger muss - wie der Wahlverteidiger auch - das Vertrauen des Angeklagten genießen. Dies bedeutet nicht, dass er alles glauben muss, was ihm sein Mandant erzählt; er muss vielmehr prüfen, ob das Gericht dieser Einlassung voraussichtlich glaubt.

Deshalb sage ich meinen Mandanten immer wieder: Es kommt nicht darauf an, was war, sondern darauf, was das Gericht meint, was war.

Der Verteidiger fungiert also quasi als Übersetzer der juristischen Gedankengänge des Gerichts für seinen Mandanten. Eine Beratung, wie in einem konkreten Fall vorgegangen werden kann, sollte daher möglichst frühzeitig erfolgen.


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27.11.2014, 19:30 - 20:00

Interview mit RA Christoph Schneble auf
SWR 1

Thema: aktuelle Sitation im Strafvollzug
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