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Hintergründiges

Hintergründiges

Der Winkeladvokat

Der WinkeladvokatGerne werden Rechtsanwälte – insbesondere die, die jeweils auf der Gegenseite agieren – als „Winkeladvokaten“ bezeichnet. Sogar das Bundesverfassungsgericht musste in einem Beschluss vom 02.07.2013 (1 BvR 1751/12) darüber entscheiden, ob die Bezeichnung einer Kanzlei als „Winkeladvokatur“ untersagt werden darf oder von der in Artikel 5 des Grundgesetzes geschützten Meinungsfreiheit gedeckt ist. Das BVerfG stellte zwar fest, der Begriff beinhalte die Aussage, der so bezeichnete Anwalt weise eine geringe fachliche Eignung und eine zweifelhafte Seriosität auf, so dass er auf diese Weise in seiner Persönlichkeit herabgesetzt sei. Da der Vorwurf der Winkeladvokatur allerdings nur eine begrenzt gewichtige Herabsetzung allein in der beruflichen Ehre bedeute und nach seinem Wortlaut nur auf die Kanzlei, nicht aber auf die dort praktizierenden Rechtsanwälte bezogen sei, dürfe diese Meinungsäußerung nicht einfach untersagt werden.

Mein Vater hatte dagegen ein positiveres Bild eines Winkeladvokaten, als er mir – mit dem nötigen Schuss Humor, der auch in einer so ernsthaften Wissenschaft wie der Jurisprudenz – zu meiner Hochzeit
dieses Kunstwerk überreichte und das Geschenk mit
diesem Gedicht erläuterte und kommentierte.

Der besagte Kopf hängt heute in meiner Kanzlei und ist mir immer wieder Erinnerung daran, dass ich mich nicht damit zufrieden geben soll, wenn das Ziel eines Mandanten auf den „ausgetretenen Wegen“ nicht erreicht werden kann. Manchmal ist es nötig, „um die Ecke“ zu denken, denn nur durch diese Phantasie verdient sich ein Jurist den Ehrentitel, ein „guten Winkeladvokat“ zu sein.


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27.11.2014, 19:30 - 20:00

Interview mit RA Christoph Schneble auf
SWR 1

Thema: aktuelle Sitation im Strafvollzug
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